Zöliakie – Diagnostik und Tipps

Zöliakie – Diagnostik und TippsZöliakie ist eine der häufiger auftretenden Autoimmunerkrankungen. Sie wird hauptsächlich durch den Verzehr von Gluten ausgelöst und kann das Leben auf viele Arten erheblich erschweren. So oder so kann man damit zurechtkommen, wenn man eine geeignete Ernährung einhält. Manchmal lohnt es sich, sich mit Nahrungsergänzungsmitteln zu unterstützen, z. B. um Mangelzustände zu vermeiden. In erster Linie sollte eine korrekte Diagnose gestellt werden.

Habe ich Zöliakie? Diagnose des Problems

Die Diagnose ist ein grundlegendes Element, das es ermöglicht, Schritte zur Verbesserung des Gesundheitszustands zu unternehmen. Leider ist Zöliakie nicht so einfach eindeutig zu diagnostizieren. Wir wissen, dass sie durch den Verzehr von Gluten ausgelöst wird, allerdings spielt dabei auch ein genetischer Faktor eine gewisse Rolle. Umso mehr, als wir oft aus eigenem Antrieb eine glutenfreie Ernährung ausprobieren, wenn wir von überall hören, wie dieses spezifische Protein auf den Organismus wirkt. Dann sind trotz vieler diagnostischer Möglichkeiten gerade genetische Untersuchungen die einzige Option. Es ist gut zu wissen, dass laut Statistik mehr als 30% der Einwohner Europas ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen. Gemeint ist der spezifische Genotyp HLA-DQ2/DQ8, der mit einem erhöhten Risiko für Zöliakie korreliert.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

Vor allem Verwandte ersten Grades derjenigen, bei denen die Krankheit festgestellt wurde. Natürlich lohnt es sich auch, sich bei beobachteten Darmbeschwerden untersuchen zu lassen. Umso mehr, als Zöliakie, wie wir wissen, eine immunologisch bedingte entzündliche Erkrankung des Dünndarms ist. Allerdings können auch extraintestinale Symptome auftreten. Außerdem kann sie lange Zeit verborgen bleiben (z. B. nur als Form einer Eisenmangelanämie). Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Zöliakie oft zusammen mit anderen Problemen auftritt, und auch diese Personen gehören zur Risikogruppe. Dazu zählen Betroffene mit Autoimmunerkrankungen wie dem Duhring-Syndrom oder Typ-1-Diabetes. Weitere diagnostische Untersuchungen sollten, um ein korrektes Ergebnis zu erhalten, bei normalem Glutenkonsum durchgeführt werden – schon 2-3 Scheiben gewöhnliches Brot täglich über etwa zwei Wochen genügen. Das sind serologische Untersuchungen:
  • tTG (Antikörperspiegel gegen Gewebstransglutaminase),
  • DPG (deamidierte Gliadinpeptide),
  • EmA (Endomysium der glatten Muskulatur).
Die tTG-Untersuchung erfolgt in den Antikörperklassen IgA oder IgG. Es gibt Patienten, bei denen bei Zöliakie ein IgA-Mangel festgestellt wird – dann sollte man die zweite Variante (IgG) wählen.

Zöliakie – wie kommt man damit zurecht?

Die grundlegende und zugleich notwendige Voraussetzung bei diagnostizierter Zöliakie ist die sogenannte glutenfreie Ernährung. Wie der Name schon sagt, umfasst sie den Ausschluss von Produkten, die Gluten enthalten, also eine spezifische Mischung pflanzlicher Proteine, zu der unter anderem Gliadine und Glutenine gehören. Diese findet man vor allem in Getreide – Weizen, Gerste, Roggen. Immer häufiger spricht man auch von einer Verunreinigung von Hafer mit Gluten bei technologischen Prozessen. Deshalb wird oft vorsichtshalber empfohlen, ihn aus der Ernährung zu streichen. Gluten kann auch in nicht getreidehaltigen Produkten enthalten sein. Zu seinen Quellen zählen z. B.:
  • Emulgatoren,
  • Stabilisatoren,
  • Malz,
  • Maltose, Maltodextrin und Dextrin,
  • modifizierte Stärke.
Zöliakie ist eine Krankheit, die sich durch eine Atrophie / Schädigung der Darmzotten auszeichnet, daher muss man neben dem Ausschluss von Gluten - das ein Auslöser und ein die Symptome verstärkender Faktor ist – auch die Verdauung. Deshalb sollte die Ernährung auf glutenfreien Produkten basieren und an sich leicht verdaulich sein. Viel hängt auch vom Ausmaß der Schädigung der Darmzotten, der individuellen Verträglichkeit und von der Menge des verzehrten Bestandteils selbst ab. Nichtsdestoweniger wird bei Zöliakie sein vollständiger Verzicht empfohlen. Wir stützen uns also auf Produkte, die ihn grundsätzlich nicht enthalten, sowie auf solche, die mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre gekennzeichnet sind. Letztere sind eine Information für den Verbraucher, aus der wir wissen, dass der Hersteller nicht einmal eine Verunreinigung seines Produkts mit Gluten zulässt. Interessanterweise kann man sogar auf Fleisch stoßen, das die erwähnte Mischung pflanzlicher Proteine enthält. Am häufigsten passiert das in Supermärkten oder Geschäften, in denen sowohl Fleisch als auch Fleischwaren verkauft werden. Zu diesem Zweck werden Gewürze verwendet, die Spuren davon enthalten, und das birgt das Risiko einer Verunreinigung. Als Kuriosität ist es erwähnenswert, dass ein erheblicher Teil der Menschen mit Zöliakie Eier nicht vertragen kann, die unter solchen Umständen entzündungsfördernd wirken. Es ist ratsam, Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten durchzuführen. Es gibt auch so etwas wie ein Autoimmunprotokoll, das bei der Diagnose des Problems in einem ziemlich fortgeschrittenen Stadium angewendet wird. Meistens wird zur Bestimmung des Ausmaßes der Schädigung unserer Darmzotten eine Gastroskopie mit Entnahme mehrerer Gewebeproben aus dem Zwölffingerdarm im Hinblick auf die Zöliakie verwendet. Das Autoimmunprotokoll findet besondere Anwendung, wenn die Untersuchungen Zöliakie bestätigen und die Zottenatrophie auf Stufe 3 der sogenannten Marsh-Skala liegt (bereits bei Stufe 2 kann man an Zöliakie denken). Sie dient der mikroskopischen Beurteilung des Ausmaßes der Zottenatrophie. Dann verzichten wir unbedingt auf Grütze, Hülsenfrüchte und sogar auf Nüsse oder Samen. Selbstverständlich werden mit der Zeit einige glutenfreie Produkte schrittweise wieder eingeführt, jedoch ist es wichtig, dass sie möglichst wenig verarbeitet und für den Organismus besonders nährstoffreich sind. Wenn auf der Verpackung das bereits erwähnte Symbol der durchgestrichenen Ähre zu sehen ist, werden empfohlen:
  • Buchweizen,
  • Quinoa,
  • Amaranth.
Die oben genannten enthalten ein vollständiges Spektrum essentieller Aminosäuren und sind daher eine hervorragende Ergänzung einer vollwertigen und nährstoffreichen glutenfreien Ernährung.
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