
Sodbrennen ist ein unangenehmes Leiden, das jeder erfahren kann, der der Verdauung schadet. Manchmal müssen wir uns nicht einmal bewusst sein, dass wir etwas falsch machen. Unser Körper wird das jedoch alles überprüfen…
Den Kampf gegen Sodbrennen beginnen wir damit, den Gegner kennenzulernen, also die möglichen Ursachen des Problems zu bestimmen. Wir setzen an der Ursache an und nicht an den Symptomen. Wenn wir bereits wissen, womit wir es zu tun haben und was die wahre Natur der Beschwerde ist, sind wir bereit, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Sodbrennen – was kann dagegen helfen?
Ihr wisst bereits, dass es meist durch Verdauungs- und Darmprobleme ausgelöst wird. Darüber hinaus ist dieser Zustand nicht selten eher mit einem zu niedrigen Magensäurespiegel als mit einer Übersäuerung verbunden, die allgemein als Hauptgrund angesehen wird.
Tatsache ist, dass es nicht viele Zusammenhänge zwischen einer übermäßigen Magensäuresekretion und Sodbrennen gibt. Dennoch gibt es Berichte über eine Korrelation mit einer unzureichenden Funktion des unteren Ösophagussphinkters, der den Rückfluss von Nahrungsbrei verhindern soll. Erst dann reizt die Säure die Schleimhäute der Speiseröhre und verursacht ein brennendes Gefühl.
Was also tun? Eine gute Option ist, auf eine angemessene HCl-Sekretion zu achten, also für eine Ansäuerung zu sorgen. Das wiederum ermöglicht es, einen optimalen pH-Wert des jeweiligen Milieus zu erreichen. Den gewünschten Effekt kann man z. B. durch eine zyklische Supplementierung mit Betain-HCl erzielen. Andererseits ist auch Apfelessig eine recht beliebte Methode (ein Esslöffel Essig, verdünnt in einem Glas Wasser) etwa 20 Minuten vor einer Mahlzeit.
Eine zu geringe Magensäuresekretion kann auch mit Störungen der Kohlenhydratverdauung zusammenhängen. Ein Überschuss an Zuckerstoffen, besonders an raffinierten, wirkt reizend. Außerdem geht es nicht nur um die Säure, denn ebenso wichtig sind Verdauungsenzyme. Diese werden wiederum nicht richtig ausgeschüttet, wenn der pH-Wert nicht angemessen ist.
Natürlich kann eine zusätzliche Supplementierung mit Enzymen und das Ergreifen guter Ernährungsmaßnahmen helfen. Für die Zeit der Maßnahmen zur Verbesserung des Zustands lohnt es sich, eine Einschränkung der Zuckerstoffe in der Ernährung zu erwägen, wenn wir sie in übermäßigen Mengen zu uns nehmen.
Ein falscher pH-Wert und ein zu niedriger HCl-Spiegel können auch zu einer bakteriellen Überwucherung führen, denn eben diese Säure übernimmt die Funktion eines Wächters, der dafür sorgt, dass es nicht zu einem solchen Zustand kommt. Neben der Stabilisierung der Sekretion erweist sich auch eine geeignete
Probiotikatherapie.
Sodbrennen tritt meist nach einer üppigen Mahlzeit oder nach bestimmten Produkten auf, daher kann die Lösung darin bestehen, die Portionen zu reduzieren und eine Trennkost einzuhalten. Je näher der Abend rückt, desto kleiner sollten die Mahlzeiten sein. Außerdem reduzieren wir den Anteil an Kohlenhydraten (durchschnittliche Menge, nicht typischerweise
low carb), und gleichzeitig schließen wir frittierte und pikante Produkte / Gerichte aus. Es lohnt sich auch, auf typisches weißes Mehl sowie Weizen zu verzichten. Wenn es um Getränke geht, ist Wasser die beste Option. Abgesehen davon, dass
eine optimale Flüssigkeitszufuhr ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Sodbrennen ist, ist sie die am besten aufnehmbare Flüssigkeit und wirkt nicht reizend. Anders ist es bei kohlensäurehaltigen Getränken, Kaffee oder Alkohol – diese meiden wir wie die Pest. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass man zwischen den Mahlzeiten und nicht währenddessen trinken sollte – entscheidend ist, die Verdauung nicht zu stören.
Lasst euch nicht täuschen. Jetzt wisst ihr bereits, dass die so gern empfohlenen Protonenpumpenhemmer (PPI), deren Aufgabe es ist, die HCl-Sekretion zu verringern, keineswegs eine so gute Idee sind, wie es scheinen könnte. Nicht nur, dass sie nicht helfen, wenn wir es mit einem zu niedrigen Magensäurespiegel zu tun haben, sie können auch Nebenwirkungen verursachen.
Natürlich überdecken sie die Symptome, wirken aber nicht an der Ursache des Problems. Ihre Anwendung kann zum Beispiel zu Störungen der
bakteriellen Flora und später zu
SIBO. Außerdem kann es dadurch zu Mangelzuständen bei Mineralstoffen kommen. Daher sind PPI-Medikamente meiner Meinung nach keine Lösung.
Experten betonen, dass – je nach Fall und den Bakterien, die das Problem auslösen – eine FODMAP-Diät gute Ergebnisse gebracht hat und sich beispielsweise auch beim Reizdarmsyndrom (IBS) bewährt hat.
Je nach unserer Empfindlichkeit und Reaktion auf bestimmte Produkte und Produktgruppen lohnt es sich, eine Einschränkung / einen Verzicht auf Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder Getreide (insbesondere auf das bereits erwähnte Weizen) zu erwägen. Zu den ungünstigen kann man auch industrielle Pflanzenöle zählen, aufgrund der potenziell entzündungsfördernden Wirkung der darin enthaltenen Fettsäuren.
Was kann noch helfen?
- Leinsamen,
- Ulmenrinde,
- Kamillenaufguss,
- Apfelessig.
ACHTUNG:
Der wichtigste Punkt ist, die Ursache anzugehen. Die Ursache des Problems lässt sich am besten in Zusammenarbeit mit einem Gastroenterologen feststellen und anschließend mithilfe eines qualifizierten Ernährungsberaters angehen. Dies ermöglicht es, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die zusätzlich vor einem möglichen Wiederauftreten der Beschwerden schützen.