
Sodbrennen ist ein Beschwerdebild, mit dem viele von uns schon zu tun hatten. Einige Quellen geben an, dass es ausschließlich mit Übersäuerung verbunden sei und dass die beste Behandlung Mittel seien, die die Magensäuresekretion verringern. Wie sich zeigt, ist das nicht ganz so…
Wir werden darüber sprechen, woher Sodbrennen eigentlich kommt, was es ermöglicht, die richtigen und damit wirksamen Schritte zur Beseitigung des Problems zu ergreifen. Wie man so sagt: Lerne zuerst deinen Feind kennen.
Sodbrennen – woher kommt es eigentlich?
Kennen Sie dieses Brennen in der Brust oder entlang der Speiseröhre? Dieses unangenehme Gefühl verstärkt sich beim Schlucken, kurz nach dem Essen. Wenn Sie wissen, wovon die Rede ist, hatten Sie vielleicht schon mit Sodbrennen zu tun. Sie müssen wissen, dass es mehrere Ursachen haben kann, z. B. Verdauungsstörungen oder eine Magenentzündung.
Außerdem geht Sodbrennen häufig mit der Refluxkrankheit einher. Studien bestätigen, dass das Risiko sowohl für Sodbrennen als auch für die Refluxkrankheit mit dem Alter steigen kann. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass das unangenehme Brennen durch das Zurückfließen von Mageninhalt zusammen mit Säure bis in die Speiseröhre verursacht wird. Das kann gesunde Menschen ebenso betreffen wie Personen mit Verdauungs- und Magenproblemen. Der genannte Inhalt reizt zusammen mit der Säure die Schleimhaut der Speiseröhre, wodurch dieses Brennen entsteht.
Auch wenn die Säure zusammen mit dem Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurückfließt, ist sie nicht direkt für das Sodbrennen verantwortlich. Indem wir den Säuregrad der Umgebung senken, an die der Magen gewöhnt ist und die er benötigt, handeln wir rein symptomatisch und können uns dabei sogar schaden. Man sollte an der Ursache des Problems arbeiten, was es ermöglicht, es zu beseitigen und zudem die unangenehmen Symptome loszuwerden.
Was sollte man also wissen? Es geht um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre, einen Teil der Speiseröhrenmuskulatur, der unter normalen Umständen nahezu ständig angespannt bleibt und so das Zurückfließen des Mageninhalts verhindert. Eine Ausnahme ist das Durchlassen der zugeführten Nahrung (in eine Richtung), die dann weiter in den Magen gelangt. Danach spannt er sich erneut an, damit nichts zurückkommt.
Allerdings wäre der Mechanismus perfekt, hätte dieser Artikel keinen Sinn, denn Sodbrennen dürfte dann gar nicht existieren, oder? Man sollte bedenken, dass er in gewisser Weise vom parasympathischen Nervensystem, genauer gesagt vom Vagusnerv, sowie von der Wirkung bestimmter Hormone wie Gastrin oder weiblicher Sexualhormone abhängt, die die Spannung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre beeinflussen können.
Kein Wunder also, dass die Schwangerschaft ein Zustand ist, in dem man nicht selten Sodbrennen oder Reflux erleben kann. Folgt man diesem Gedanken, ist der beste Weg, eine angemessene Spannung des unteren Schließmuskels aufrechtzuerhalten und Faktoren zu begrenzen, die sie verringern.
Neben der Beachtung des Hormonhaushalts sollte man für eine Verbesserung der Verdauungsfunktionen sowie die Optimierung des pH-Werts und der Magensäure sorgen. Viele Menschen haben Sodbrennen, haben aber nicht mit Übersäuerung zu tun, sondern mit einer unzureichenden Menge an Magensäure und/oder Enzymen. Daher sind Mittel, die den Säuregrad der Umgebung senken, oder PPI-Arzneimittel (die im Übrigen negativ auf die Darmmikroflora wirken) keine Lösung, im Gegenteil. Denkt auch daran, euch um den Darm zu kümmern (Darmbarriere und Bakterienflora). Wenn euer Problem eine zu geringe Menge an HCL oder Enzymen ist, solltet ihr Verdauungsenzyme in Betracht ziehen. Eine recht häufige Maßnahme ist die Aufnahme von Apfelessig (mit Wasser verdünnt) in die Ernährung oder die Supplementierung mit Betain HCL; allerdings ist hier die Beobachtung entscheidend, da es zyklisch angewendet wird und die Dosis schrittweise reduziert wird.
Natürlich lohnt es sich zunächst, die richtigen ernährungsbezogenen Schritte zu unternehmen, also reizende Lebensmittel zu meiden und den Anteil an Kohlenhydraten zu verringern, die in übermäßigen Mengen reizend wirken können.
Sodbrennen als Symptom eines zu niedrigen HCL-Spiegels kann mit einem Mangel an Pepsin zusammenhängen, das unter anderem für die Verdauung der zugeführten Proteine wichtig ist. Ein Magensäuremangel bedeutet natürlich nicht nur Probleme bei der Verarbeitung von Proteinen, sondern auch aller anderen Nährstoffe.
Das Auftreten von Sodbrennen kann auch mit bestehenden Entzündungen und einem Anstieg des Drucks in der Bauchhöhle zusammenhängen, was dazu führt, dass der Mageninhalt nach oben gedrückt wird (in Richtung Zwerchfell). Wenn zusätzlich noch ein Problem mit der Funktion und der Spannung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre besteht, kommt es zum Rückfluss von Nahrung zusammen mit Magensäure. Die Folge? Reizung der Schleimhäute der Speiseröhre.
Sodbrennen – was also tun?
- sich um die Verdauung kümmern und eventuelle Verdauungsprobleme beseitigen,
- den pH-Wert sowie die Menge an Magensäure optimieren,
- die Ernährungsgewohnheiten schrittweise ändern,
- den Anteil an Kohlenhydraten (insbesondere raffinierten) verringern, wenn wir sie in übermäßigen Mengen zu uns nehmen,
- sich um die Bakterienflora und die Darmbarriere kümmern,
- sich nicht überessen (Portionen kontrollieren) und die sogenannte Trennkost einführen,
- eine geeignete Supplementierung in Betracht ziehen,
- in einigen Fällen kann zum Beispiel Leinsamen helfen,
- für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen und zwischen den Mahlzeiten und nicht währenddessen trinken, um die Verdauung nicht zu stören.