
Eisbaden ist deutlich populärer geworden, und ehrlich gesagt ist das kaum verwunderlich. Es lässt sich nicht bestreiten, dass eine kontrollierte Kälteexposition viele Vorteile mit sich bringt. Wenn man sich vernünftig damit befasst, kann sie sich positiv auf die Immunität auswirken, beim Abnehmen unterstützen und auch die Regeneration verbessern. Das ist aber noch nicht alles…
Niedrige Temperatur – pure Gesundheit?
Man kann nicht sagen, dass Eisbaden für alle geeignet ist, aber mit Sicherheit lässt sich feststellen, dass eine Exposition gegenüber niedrigen Temperaturen sehr vielen Menschen zugutekommen kann. Kaltes Wasser wirkt auf die Physiologie unseres Körpers, den Stoffwechsel und verschiedene Systeme. Dabei sollte man wissen, dass seine wohltuenden Eigenschaften mit der Dichte der Stoffe zusammenhängen, sodass ein Aufenthalt im Freien bei null oder sogar Minusgraden nicht den gewünschten Effekt bringt.
Muss man sofort in sehr kaltes Wasser springen? Natürlich nicht, und für Anfänger ist das sogar nicht ratsam. Schon Wasser mit einer Temperatur von 15 Grad kann für manche eine Herausforderung sein. Dagegen können z. B. 10 Grad einen sehr starken Kälteschock auslösen. Viel hängt davon ab, welche Toleranz der jeweilige Organismus hat.
Eine angemessene, also ebenfalls kontrollierte, Kälteexposition kann u. a.:
- beimAbnehmen unterstützen und den Stoffwechsel verbessern,
- die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems unterstützen,
- die Abwehrkräfte des Körpers verbessern,
- die Thermoregulation verbessern,
- die Regeneration verbessern.
Außerdem regt es die Ausschüttung von Endorphinen an, sodass es ähnlich wie beim Training im Fitnessstudio dazu beitragen kann, dass wir uns besser fühlen, psychisch ausgeglichener sind und mit unserem Tun zufriedener sind.
Ist Eisbaden für alle geeignet?
Nun, ähnlich wie bei der Kryotherapie gibt es gewisse Gegenanzeigen. Dazu zählen etwa Schilddrüsenprobleme, genauer gesagt eine Schilddrüsenunterfunktion. Außerdem werden solche Anwendungen trotz ihrer wohltuenden Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System Menschen mit entsprechenden Beschwerden nicht unbedingt guttun. Der Gang ins kalte Wasser kann nicht nur schnellere Atmung, sondern auch einen beschleunigten Herzschlag auslösen.
Ältere Menschen, Menschen mit Arteriosklerose oder mit Bluthochdruck sollten solche Anwendungen ebenfalls meiden.
Eisbaden und Abnehmen
Es ist nachgewiesen, dass richtig durchgeführtes Eisbaden die Geschwindigkeit des Stoffwechsels sogar um 16% erhöhen kann. Wie bekannt, ist der Stoffwechsel eines der Schlüsselelemente beim Verbrennen von überschüssig angesammeltem Fettgewebe.
Außerdem führt die Kälteexposition laut Experten zu einer Verbesserung der Insulin- wie auch der Leptinsensitivität. Dadurch wirken wir auf das entsprechende Zentrum ein, was sich auf das Sättigungsgefühl auswirkt – auch das ist beim Abnehmen wichtig.
Was noch? Durch die Wirkung niedriger Temperaturen auf den Körper kommt es zu einem erhöhten Energieverbrauch, der anschließend zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Darüber hinaus wurde auch ein gesteigerter Abbau von Glykogen und Fettsäuren festgestellt. Das ist noch nicht alles. Haben Sie schon einmal von BAT-Gewebe gehört? Wenn nicht, dann wissen Sie, dass es den Abbau von überschüssig gespeichertem Fett unterstützt. Ja, braunes Fettgewebe unterstützt die Beseitigung von weißem Fett bzw. bewirkt im Grunde dessen sogenannte Beigefärbung. Kurz gesagt lässt sich sagen, dass wir uns umso mehr über eine schlankere Figur freuen können, je mehr BAT-Gewebe vorhanden ist und je besser es stimuliert wird. Eisbaden löst die Expression von Hitzeschockproteinen aus und aktiviert damit die Thermogeneseprozesse im braunen Fettgewebe.
Eisbaden beeinflusst die Abwehrkräfte
Menschen, die Eisbaden betreiben – oder sich dafür entscheiden – geht es sehr oft darum, ihre Abwehrkräfte zu stärken. Dabei sollte man wissen, dass einige Quellen erwähnen, dass weitere Studien nötig sind, um die Mechanismen des Einflusses von Kälte auf die Immunologie des Körpers zu verstehen.
Tatsache ist, dass Eisbaden zur Reduktion von Entzündungen und zur Senkung des Spiegels proinflammatorischer Zytokine beiträgt. Das verringert nicht nur das Risiko vieler Krankheiten mit diesem Hintergrund, sondern wirkt sich auch auf eine bessere Regeneration und die Arbeit des Immunsystems aus.
Einige Quellen betonen, dass bei Menschen, die Eisbaden betreiben, ein deutlicher Rückgang der allgemeinen Krankheitsanfälligkeit festgestellt wurde – wir werden seltener krank und genießen eine bessere gesundheitliche Verfassung.
Vorteile für das Herz-Kreislauf-System
Bäder in Wasser mit einer so niedrigen Temperatur, wie sie beim Eisbaden vorkommt, wirken sich sehr gut auf den Blutkreislauf aus. Natürlich, sofern keine anderen Gegenanzeigen vorliegen. Die Folge einer solchen Exposition ist eine Verbesserung der Durchblutung von Haut und Muskeln. Die Bäder bewirken eine Verengung der oberflächlich gelegenen Gefäße, während nach dem Verlassen des Wassers eine deutliche Mehrdurchblutung stattfindet.
Eisbaden verbessert auch die Regeneration
Eine bessere Durchblutung bedeutet auch eine verbesserte Zufuhr von Nähr- und Regenerationsstoffen. Darüber hinaus wirkt sich hier auch die Reduktion von Entzündungen und ihrer Entstehung günstig aus. Solche Therapien werden nicht selten bei leichteren Verletzungen, Überlastungen oder rein schmerzhaften Beschwerden empfohlen.
Welche weiteren Vorteile lassen sich daraus ziehen?
- Verbesserung des Hautzustands,
- günstige Wirkung auf bestimmte Neurotransmitter,
- allgemeine Verbesserung der Gesundheit und Verringerung des Risikos entzündlich bedingter Erkrankungen,
- Verbesserung der Umwandlung von T4 in T3 (Schilddrüse),
- Erhöhung der Abwehrkräfte und der Kältetoleranz,
- Unterstützung bei einigen Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Hashimoto.