
Nicht ohne Grund spricht man immer häufiger vom Darm als vom zweiten Gehirn. Der Zustand unseres Mikrobioms wirkt sich auf die Arbeit und den Zustand des Gehirns, die geistigen Funktionen sowie das Wohlbefinden aus. Die Darm-Hirn-Achse ist kein Mythos, also kümmert euch, wenn ihr euer Potenzial voll ausschöpfen wollt, um den Darm und die in ihm ansässigen Bakterien.
Kümmere dich um den Darm, und du kümmerst dich um das Gehirn und das Wohlbefinden
Es gibt viele wissenschaftliche Arbeiten, die bestätigen, dass der richtige Zustand des Darms und der Bakterienflora die Arbeit des Gehirns beeinflusst. Eine andere Sache ist, dass im Grunde die meisten von uns unter kleineren oder größeren Störungen der Mikroflora leiden – oft spüren wir das nicht einmal oder betrachten es als etwas Normales.
Wurde euch in der Kindheit ein Antibiotikum verschrieben? Wahrscheinlich ja – wie den meisten von uns. Schon eine solche Antibiotikatherapie konnte den Zustand des Darms negativ beeinflussen, wenn uns keine geeigneten Mittel empfohlen wurden, die helfen würden, uns vor ihren Folgen zu schützen. Hinzu kommen ein hektischer Lebensstil, Stress an jeder Ecke, stark verarbeitete Lebensmittel, schlechte Gewohnheiten usw.
Bei Darmproblemen werden nicht immer rein verdauungsbezogene Symptome wahrgenommen. Unser Körper lässt sich als ein Netz von Systemen beschreiben, die sich gegenseitig beeinflussen und zusammenarbeiten.
Studien weisen recht deutlich auf einen Zusammenhang zwischen dem Darm und kognitiven Funktionen, der Stressreaktion, BDNF sowie unserem Gedächtnis hin. Sie können auch die geistige Klarheit, die Stimmung und die Effizienz der Denkprozesse beeinflussen.
Eine der häufiger zitierten Studien zum Einfluss probiotischer Bakterien auf das Gehirn war die von Prof. Tillisch geleitete. 36 Frauen wurden in drei Gruppen eingeteilt, von denen eine natürlich die sogenannte Kontrollgruppe war, die ein Placebo erhielt. Jede Teilnehmerin wurde vor Beginn des Tests und nach dessen Abschluss mittels MRT untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Gabe von
Probiotika sowohl auf kognitive als auch auf sensorische Funktionen einen positiven Einfluss hatte. Erwähnenswert ist, dass zum Vergleich und zur Sicherung klarer Ergebnisse die MRT-Aufnahme sowohl im Ruhezustand als auch während geistiger Übungen erfolgte.
Experten bestätigen, dass Stress und die mit ihm verbundene Ausschüttung des Hormons (Cortisol) einen erheblichen Einfluss z. B. auf die Funktion der Darmbarriere und eben auf die Mikrobiota haben. Darüber hinaus wirkt es in beide Richtungen… Der Zustand der Bakterienflora kann unter anderem den Mechanismus der Stressantwort beeinflussen und sogar die Ausschüttung von Stresshormonen regulieren. Es wurde auch gezeigt, dass der Verlauf und das Erleben depressiver Zustände bis zu einem gewissen Grad vom Zustand der Darmflora abhängen.
Wie wir wissen, stört Stress das Denken, schränkt die Fähigkeit zu lernen und sich zu merken ein und verringert die Konzentration. Ein gestresster Mensch ist nicht in der Lage, optimal zu funktionieren… Es wurde nachgewiesen, dass starke Stressoren, denen wir nicht nur über lange Zeit, sondern auch kurzfristig ausgesetzt sind, zu einer deutlichen Verringerung der Menge an Lactobacillus- und Bifidobacterium-Bakterien führen. Daher kann eine Supplementierung mit Probiotika, die diese Stämme enthalten, in dieser Hinsicht wohltuend für unseren Organismus sein.
Darm, Gehirn und Vagusnerv
Man kann ruhig sagen, dass unser Darm durch den Vagusnerv mit dem Gehirn verbunden ist. Er ist ein Hirnnerv und zugleich der längste, der fast durch den ganzen Körper verläuft. Damit ist er ein unverzichtbarer Bestandteil der Darm-Hirn-Achse.
Vielversprechende Ergebnisse aus Tierversuchen bildeten die Grundlage für weitere Beobachtungen, Forschungsarbeiten und den Einsatz der Probiotikatherapie beim Menschen. Auch im Zusammenhang mit der Linderung von Depressionen oder Angstzuständen. Es stellte sich heraus, dass das Einhalten eines geeigneten Mengenverhältnisses zwischen verschiedenen Stämmen eine Verbesserung der Lebensqualität ermöglicht. Außerdem wurde beobachtet, dass eine Erhöhung der Menge an Bakterien mit psychobiotischer Wirkung zu einer spürbaren Verbesserung der Funktion des ZNS (Zentralnervensystem) führt.
Der Vagusnerv ermöglicht eine effiziente Kommunikation zwischen Darm und Gehirn – auf seine eigene Weise informiert er (Neurotransmitter, Zytokine usw.) z. B. über den Zustand der Mikrobiota und darüber, ob mit unserem Darm alles in Ordnung ist. Einige Quellen geben an, dass Personen mit IBS (Reizdarmsyndrom) auch unter einem verminderten Tonus des Vagusnervs leiden. Dieser Zusammenhang gibt zu denken…
Darmflora – wie pflegt man sie, damit das Gehirn gut arbeitet?
Den Darm und die Mikroflora in einen geeigneten Zustand zu bringen, ist ein langfristiger Prozess, der von vielen Faktoren abhängt. Man muss wissen, dass selbst die besten Mittel keinen Effekt „hier und jetzt“ bringen, aber dennoch Gold wert sind. Zunächst müssen schädliche Faktoren beseitigt werden – ohne das lässt sich keine langfristige Verbesserung erzielen.
Lebensstil:
- Verzicht auf Genussmittel,
- Reduzierung der Stressbelastung,
- Einführung zumindest moderater körperlicher Aktivität.
Ernährung:
- Verzicht auf stark verarbeitete Produkte,
- Einschränkung des Anteils an Kohlenhydraten, wenn sie in der täglichen Ernährung in größeren Mengen vorkommen,
- Einführung nährstoffreicher Produkte,
- Achten auf eine ausreichende Menge an Ballaststoffen,
- Einführung von Quellen resistenter Stärke,
- richtiger Kaloriengehalt der Ernährung,
- gute Hydration.
Supplementierung:
- gute Probiotika (eine große Menge nützlicher Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme kann eine gute Idee sein),
- Präbiotika,
- Natriumbutyrat,
- Kolostrum oder Lactoferrin.
Natürlich sollten zunächst Untersuchungen durchgeführt werden, um den tatsächlichen Zustand des Körpers zu bestimmen und dabei mögliche andere Probleme auszuschließen. Die beste Option ist die Hilfe eines Experten, der einen individuellen Handlungsplan erstellt, der unseren Bedürfnissen entspricht.