Aktivität und Hashimoto

Aktivität und HashimotoLebensstil, Ernährung und Nahrungsergänzung sind wichtige Elemente im Umgang mit Hashimoto. Was aber, wenn wir noch ein weiteres Ziel erreichen wollen? Viele Menschen fragen sich, ob man bei Hashimoto Sport treiben kann… Darüber hinaus haben ziemlich viele Sportler mit Autoimmunerkrankungen zu kämpfen. Grundlegende Fragen sind: Ist körperliche Aktivität empfehlenswert und wie plant man das Training bei Hashimoto?

Hashimoto und körperliche Aktivität

Zunächst muss erwähnt werden, dass Hashimoto mit einer Entzündung im Körper verbunden ist, die je nach Stadium der Krankheit in unterschiedlicher Stärke auftreten kann. Hinzu kommt, dass es eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen ist und zugleich eine häufige Ursache der Hypothyreose, die den Hauptangriffspunkt des Immunsystems darstellt. Die Entstehung der Krankheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Leider ist es in der heutigen Zeit, in der unter anderem Fast Food und allgemein hochverarbeitete Lebensmittel, allgegenwärtiger Stress und ständige Hektik vorherrschen, gar nicht so schwer, ideale Bedingungen für eine Verschlimmerung unseres Zustands zu schaffen. Umso mehr, als Stress fast zu einem untrennbaren Begleiter unseres Alltags geworden ist. Darüber hinaus ist ein hoher Stresspegel, der über längere Zeit anhält, einer der wichtigsten Auslöser von Hashimoto. Es ist gut zu wissen, dass körperliche Aktivität zwar gut für uns ist, extreme/übermäßige Trainings aber eine große Stressdosis für den Körper darstellen. Ebenso wie abrupte und drastische Ernährungsumstellungen. Experten betonen, dass die beste Option eine moderate Aktivität ist. Man muss jedoch bedenken, dass jeder Organismus anders ist und für jeden Menschen „übermäßig“ und „moderat“ etwas anderes bedeuten kann. Bei der Auswahl der Art der Aktivität sollte man unter anderem berücksichtigen, dass Personen, die mit Hashimoto zu kämpfen haben, nicht selten auch übergewichtig sind. Außerdem muss man noch den Einfluss der Krankheit auf eines der wichtigsten hormonellen Zentren berücksichtigen, das auch für den Stoffwechselhaushalt verantwortlich ist – die Schilddrüse.

Das richtige Training hilft im Kampf gegen Hashimoto

Zunächst müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass leider oft „Unheil kommt selten allein“ gilt. In diesem Fall stellt der mit Hashimoto einhergehende Typ-2-Diabetes, eventuell Insulinresistenz, oder zumindest ein deutlich erhöhtes Risiko (je nach Stadium der Krankheit). Eine passend gewählte körperliche Aktivität zusammen mit der richtigen Ernährung sind Schlüsselfaktoren im Umgang mit beidem. Wie erwähnt, haben Personen, die an dieser Autoimmunerkrankung leiden, nicht selten auch Übergewicht. Außerdem ist eine Verlangsamung des Stoffwechsels unter diesen Umständen im Grunde Standard. Wie wirkt sich eine angemessene Dosis körperlicher Aktivität aus? Training erhöht den Kalorien- und Energieverbrauch und beschleunigt zusätzlich den Stoffwechsel. Bei der richtigen Ernährungsweise ermöglichen Trainingseinheiten den Aufbau einer kleineren oder größeren Menge Muskelgewebe, was sich wiederum in einem höheren Kalorienverbrauch durch unsere Muskeln niederschlägt. Regelmäßige, gut gewählte Belastung fördert einen entsprechend hohen Serotoninspiegel, der bei Hashimoto oft deutlich sinkt. Außerdem sollte man daran denken, die Übungen zu einer früheren Tageszeit durchzuführen, da auch die Cortisol-Ausschüttung eine Rolle spielt. Dieses Hormon steht wiederum mit Stress in Verbindung, also mit einem Faktor, der die Krankheit auslösen und/oder verschlimmern kann. Ein Abendtraining kann zu einem Anstieg seines Spiegels führen. Gleichzeitig wird die Melatoninausschüttung gestört und damit auch die nächtliche psycho-physische Regeneration, die für den Zustand des Patienten äußerst wichtig ist.

Training bei Hashimoto – worauf sollte man achten?

Die erste und wichtigste Regel ist die richtige Anpassung der Art und Intensität der körperlichen Aktivität an die Möglichkeiten und den Zustand des Körpers. Der nächste Schritt sollte die ständige Kontrolle, Beobachtung und Reaktion auf das Befinden sein. Umso mehr, als es bei Hashimoto nicht nur um die körperliche, sondern auch um die psychische Verfassung geht. Wenn sich eine schlechtere Phase einstellt, muss man eine Anpassung vornehmen und damit ein leichteres Training durchführen oder auf eine weniger intensive Form der Aktivität umsteigen. Ebenso sollte die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche und die Dauer des eigentlichen Trainings geplant werden. Außerdem berücksichtigen wir nicht nur den Tagesrhythmus und den Cortisolmechanismus. Der Hauptaspekt ist die Regeneration, und sie verläuft bei jedem anders. Sowohl ein zu hartes als auch ein zu intensives oder zu häufiges Training kann die Regeneration ungünstig beeinflussen und damit auch das Befinden verschlechtern sowie die Symptome verstärken. Deshalb ist anfangs die Beobachtung so wichtig. Dank der Reaktionen auf bestimmte körperliche Belastungen sind wir in der Lage, Umfang und Intensität der Übungen anzupassen. Die Figur oder die Verbesserung der körperlichen Parameter sollten in den Hintergrund treten – Priorität bei Hashimoto hat die Verbesserung des Zustands. Daher sollte man das tun, was uns zufriedenstellt (Angenehmes mit Nützlichem verbinden). Bei Erkrankten wird ein höheres Depressionsrisiko sowie eine verringerte Motivation festgestellt, daher muss man einen guten Weg finden. In Bezug auf die Motivation eignet sich die Regel „Schritt für Schritt“ hervorragend, bei der man recht leicht Erfolge erzielt und zugleich die gesetzten Trainingsziele schrittweise erreicht. Außerdem hängt das mit Hormonen zusammen. Umso mehr, wenn der Trainierende bisher nicht sehr körperlich aktiv war – in einem solchen Fall muss man vorsichtig vorgehen. Abschließend wiederhole ich noch einmal, dass die Belastung moderat sein sollte (der Leistungsfähigkeit des Trainierenden angemessen), um den Zustand und das Befinden der an Hashimoto erkrankten Person im Griff zu behalten. Außerdem können sich verschiedene Einheiten über die Woche verteilt als gute Idee erweisen, z. B. Lauftraining und ein anderes Mal Widerstandstraining. Die Belastung selbst ist eines der Mittel, die den Kampf gegen die Krankheit unterstützen. Dennoch kann man mit einer gut gewählten Ernährung und einem Trainingsplan, der laufend kontrolliert wird, zugleich die Gesundheit, die allgemeine Fitness sowie die Belastungsparameter verbessern.
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